Ärzteschaft und ärztliche Selbstverwaltung für Pandemie-Herbst gut gerüstet

Die Ärztinnen und Ärzte aus dem Südwesten und die ärztliche Selbstverwaltung sind auf den Corona-Pandemieherbst 2022 gut vorbereitet. Das betonte Dr. Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, bei einer digitalen Expertenanhörung der Landesregierung. Dr. Miller verwies auf die Maxime des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, beim weiteren Pandemiemanagement auf "vorausschauende Vorbereitung mit kurzen Reaktionszeiten" zu setzen, und führte aus, dass die Landesärztekammer mit ihren Strukturen und Organen dies bereits sehr gut erfülle. So gebe es bei der Kammer klare (digitale) Entscheidungsprozesse, um beispielsweise bei Bedarf beratende ärztliche Expertinnen und Experten zu vermitteln, ärztliche Strukturen aufzubauen oder ärztliches Know-how gezielt dorthin zu bringen, wo es vor Ort zur Virusbekämpfung gerade benötigt werde. Dr. Miller hob in diesem Zusammenhang die besondere Rolle der Ärzteschaften hervor: Der Aufbau der ärztlichen Selbstverwaltung mache es möglich, dass die Landkreise über organisierte Ärzteschaften verfügten, die sich mit den dortigen Entscheidern aus Politik und Verwaltung schnell vernetzen könnten. "Man kennt sich mittlerweile, da gibt es ein enges Miteinander und eine gute Zusammenarbeit", so Dr. Miller.

Um die Leistungsfähigkeit der ärztlichen Standesvertretung bei der weiteren Pandemiebekämpfung zu veranschaulichen, skizzierte der Präsident auszugsweise die bisherigen Aktivitäten der Kammer. Dazu gehörten und gehören unter anderem die Vermittlung von ärztlichem Personal für die Gesundheitsversorgung vor Ort, die Beratung von öffentlichen Stellen, die Versorgung der Ärzteschaft und der breiten Öffentlichkeit mit Informationen, die Sicherstellung der medizinischen und gesundheitspolitischen Kommunikation und der fachliche Austausch mit anderen Ärztekammern im Bundesgebiet, um im Pandemiegeschehen auf dem neuesten Stand zu bleiben. "Wir wissen natürlich nicht genau, was auf uns zukommt – aber wir sind auf jeden Fall sehr gut gerüstet", fasste Dr. Miller die Vorbereitungen auf den Pandemie-Herbst und auf den Winter 2022 zusammen.

An der heutigen virtuellen Expertenanhörung nahmen neben dem Kammerpräsidenten noch weitere Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalverwaltung, der Gesundheitsämter, der Universitätskliniken, der Wissenschaft und der Ärzteschaft teil. Sie alle gaben Einschätzungen zum künftigen Pandemieverlauf ab, bewerteten politische Maßnahmen und brachten Vorschläge für das künftige Corona-Management ein. Die baden-württembergische Landesregierung nutzt diese und weitere Expertenrunden dazu, Grundlagen für ihr weiteres Vorgehen zu schaffen und sich für verschiedene Corona-Szenarien angemessen zu wappnen. Gesundheitsminister Manne Lucha betonte zu Beginn der heutigen Webkonferenz den Anspruch der Landesregierung, sich eben nicht nur auf ein, sondern gleich auf mehrere mögliche Corona-Entwicklungsverläufe einzustellen und entsprechende Planungen voranzutreiben. Hierfür seien die Expertenanhörungen ein wichtiger Baustein der Entscheidungsfindung.

 

Zurück

letzte Änderung am 01.07.2022