Bericht: Ärztemangel und Folgen für die Gesundheitsversorgung

Berufstätige Ärztinnen und Ärzte werden immer älter. Dies hat Folgen für die Gesundheitsversorgung, da der nachrückende Nachwuchs die Arzttätigkeit oft auf andere Weise und Weise ausfüllen will (in Teilzeit, im Angestelltenverhältnis etc.). Droht ein „Ärzteschwund“ und eine Unterversorgung der Bevölkerung? Markus Haist, Vorstandsmitglied der Landesärztekammer Baden-Württemberg und Vorsitzender der Ärzteschaft Pforzheim/Enzkreis, hat über dieses brisante und aktuelle Thema mit den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (BNN) gesprochen und eine differenzierte Einschätzung auf regionaler Ebene für Pforzheim und den Enzkreis vorgenommen.

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe warnt in der Tat vor einer kommenden ärztlichen Unterversorgung. Sogenannter „Ärztemangel“ sei vor allem bei Kinderärzten, ärztlichen Psychiatern und Psychotherapeuten und weiteren Facharztgruppen wie Dermatologen, Kardiologen und Gastroenterologen auszumachen - sowie natürlich auch bei den Hausärztinnen und Hausärzten, wenngleich sich die aktuelle Situation hier in Teilen zumindest lokal etwas entschärft habe.

Haist skizziert im BNN-Gespräch die Situation, in der sich viele Ärztinnen und Ärzte in ihrem Berufsalltag befinden: Hohe Auslastungen in den Praxen durch viele Patienten, Niederlassungsprobleme, ein immer größerer Bürokratieaufwand und Mangel an Medizinischen Fachangestellten (MFA), die den Praxisbetrieb aufrechterhalten – dies alles und mehr gehöre dazu. Auch warnt er explizit vor Gedankenspielen, die in die Richtung gehen, dass sich viele Probleme schlicht durch längere Öffnungszeiten der Arztpraxen ganz einfach lösen ließen. „Natürlich könnten wir bis 22 Uhr arbeiten, aber dann wird die medizinische Versorgung und Betreuung oberflächlich“, so Haist gegenüber den BNN.

 

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letzte Änderung am 05.07.2022